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Saluti Vip
Il Saluto del
Duca Franz von Bayern
Grußwort Seiner Königlichen Hoheit
Herzog Franz von Bayern
für die Internetseite „Tuttobaviera“
Herr Zeggio hat mich gebeten die Besucher der
Internetseite „Tuttobaviera“ als Chef des Hauses Wittelsbach zu grüssen.
Diesem Wunsch komme ich umso lieber nach, da die Beziehungen zwischen
Bayern und Italien über viele Jahrhunderte historisch gewachsen und sehr
lebendig sind.
Immer unvollständig bleiben würde eine Aufzählung all der kulturell
befruchtenden Kontakte zwischen Bayern und Italien auf den Gebieten der
Musik, Architektur, Malerei und Literatur. All die eindrucksvollen
Zeugnisse italienischer Kunstler in unserer Heimat legen dafur ein
beredtes Zeugnis ab.
Ein Blick zurück ins 17. Jahrhundert soll als Beispiel für die
fruchtbaren italienisch-bayerischen Beziehungen dienen: Ferdinand Maria,
der Thronfolger des ersten bayerischen Kurfürsten wurde 1650
vierzehnjährig mit der gleichaltrigen Prinzessin Henriette Adelaide aus
dem Haus Savoyen verheiratet. Die junge Henriette Adelheid brachte
italienisches Temperament und barocke Lebenslust nach München. Das
fürstliche Paar ließ sich ein neues Opernhaus in München erbauen und
beschäftigte namhafte Musiker wie Agostino Steffani und Ercole Bernabei.
Sie beauftragten den Gestalter des Hoftheaters, den Venezianer Francesco
Santurini nach dem Vorbild des venezianischen Bucintoro, eine
Prunkgaleere zu bauen, die auf dem Starnberger See zu Wasser gelassen
wurde. Allerdings blieben diese Objekte höfischen Vergnügungens nicht so
lange erhalten wie die Münchner Theatinerkirche, deren Bau, anlässlich
der Geburt des Thronfolgers Max Emanuel 1662 unter Leitung von Agostino
Barelli aus Bologna, begonnen wurde. Barelli wurde zusätzlich damit
betraut, vor den Toren der Stadt eine Sommerresidenz fur Henriette
Adelheid zu errichten. Die Kurfürstin wünschte sich ein „borgo delle
ninfe“ und 1663 legte man den Grundstein von Schloss Nymphenburg, an dem
bis ins 19. Jahrhundert gebaut wurde. Mit den Bauten und dem Lebensstil
Henriette Adelheids hielt der Barock in seiner ganzen Prachtentfaltung
Einzug in München und ist noch heute ein prägendes Element des
Stadtbildes.
Waren in der Vergangenheit die politischen Beziehungen innerhalb der
europäischen Mächteverhältnisse nicht spannungsfrei, so bestand doch
immer ein reger Austausch zwischen den Menschen diesseits und jenseits
der Alpen. Menschen machten sich nicht nur auf der Suche nach Arbeit und
Auftraggebern auf den gefahrvollen Weg über die Berge, sondern auch
Fürsten, Pilger und Reisende strömten nach Italien.
So teilte auch der spätere König Ludwig I. von Bayern die Begeisterung
der geistigen Elite seiner Zeit für alles „Antike“. Das Feuer der
Begeisterung wurde in dem jungen Kronprinzen während seiner ersten
Italienreise 1804 in der Begegnung mit antiker und, der damals ganz
modernen, klassizistischen Kunst entfacht. 1818 folgte eine zweite Reise
nach Rom, die zur Begegnung mit vielen Künstlern führte und in ihm
lebenslang nachwirkte.
Ludwig I. ästhetischer Sensibilität, seinem auf den Reisen über die
Alpen inspiriertem Kunstverstand und dem unermüdlichen Elan diese
Ansprüche auch in die Wirklichkeit umzusetzen, verdankt Bayern Großes.
Um nur wenige Beispiele zu nennen, die großen Museumsbauten Glyptothek
und Pinakothek, Walhalla und Ruhmeshalle sowie die klassizistische
Umgestaltung der Residenz in München gehen auf ihn zurück. So
veranlasste Ludwig I. für die Gestaltung der Hofgartenarkaden unter
anderem einen Bilderzyklus, der die bedeutendsten Orte Italiens zeigen
sollte, also eine Art „Bildungsreise“ für die Münchner, die im der
Öffentlichkeit zugänglichen Hofgarten promenierten.
In Bayern und Italien ist das gegenseitige Verständnis im Lauf der Zeit
gestiegen. Heute empfindet man die Mentalität des Anderen als vertraut:
München wird gerne als die „italienischste“ Stadt Deutschlands
bezeichnet. Auf viele Inn- und Salzachstädte trifft das architektonisch
gewiß auch zu.
Heute steht bei den Italienern München als Reiseziel in Deutschland an
erster Stelle, und das nicht nur zum Oktoberfest, in dem sie wohl auch
das Vertraute im Fremden, nämlich ein richtig ausgelassenes Fest, suchen.
So kann man zurecht einen ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten
zitieren, der vor vielen Jahren einmal in einer Rede gesagt haben soll,
in Bayern müsse man außer der bayerischen Muttersprache zwei
Fremdsprachen beherrschen: Deutsch und Italienisch.
Franz von Bayern
Nymphenburg im Juli 2005
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